Vorsorgevollmacht beglaubigen: Behörde oder Notar?
Beglaubigung und Beurkundung erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Entscheidend sind der Inhalt der Vollmacht und die Geschäfte, für die sie gebraucht wird.
Beglaubigung und Beurkundung unterscheiden
Eine öffentliche Beglaubigung bestätigt die Echtheit der Unterschrift. Die notarielle Beurkundung umfasst auch den Inhalt und eine notarielle Belehrung. Ob eine Beglaubigung nötig ist, hängt vom Geschäft und vom geforderten Nachweis ab. Regelsatz 10 Euro je Beglaubigung nach § 7 Abs. 4 BtOG; eine Ermäßigung oder Befreiung ist möglich. Die Länder können abweichende Gebührenregelungen treffen.
Was nach dem Tod gilt
Bei einer seit dem 1. Januar 2023 durch die Betreuungsbehörde beglaubigten Vollmacht endet die Wirkung der Beglaubigung mit dem Tod der vollmachtgebenden Person (§§ 7 und 34 BtOG). Ob die Vollmacht selbst über den Tod hinaus gilt, hängt von ihrem Inhalt ab. Für Rechtsgeschäfte nach dem Tod sind die jeweils erforderlichen Formnachweise gesondert zu prüfen.
Immobilien und besondere Formanforderungen
Für Grundbucheintragungen muss die Vollmacht grundsätzlich öffentlich beglaubigt nachgewiesen werden. Zu Lebzeiten kann dafür auch die Beglaubigung der Betreuungsbehörde ausreichen. Eine notarielle Beurkundung ist nicht bei jeder Immobilie automatisch erforderlich. Für bestimmte Verbraucherdarlehen gelten weitere Formanforderungen.
Jede Behörde ist zuständig
Nach § 2 Abs. 3 BtOG kannst du für die Beglaubigung zu jeder Betreuungsbehörde gehen, unabhängig von deinem Wohnort. Erforderlich ist eine persönliche Vorsprache mit Ausweis und dem Dokument im Original.
Was der Termin kostet und dauert
Eine vorherige Terminvereinbarung wird empfohlen. Erfrage die Gebühren und mitzubringenden Unterlagen bei der gewählten Stelle. Regelsatz 10 Euro je Beglaubigung nach § 7 Abs. 4 BtOG; eine Ermäßigung oder Befreiung ist möglich. Die Länder können abweichende Gebührenregelungen treffen.
Checkliste
- Klären, wofür die Vollmacht gebraucht wird
- Besondere Formnachweise für Grundbuch, Darlehen und Geschäfte nach dem Tod individuell klären
- Sonst Termin bei einer Betreuungsbehörde vereinbaren
- Ausweis und Vollmacht im Original mitbringen
- Nach der Beglaubigung im Zentralen Vorsorgeregister registrieren
Häufige Fragen
Was kostet die Beglaubigung bei der Betreuungsbehörde?
Regelsatz 10 Euro je Beglaubigung nach § 7 Abs. 4 BtOG; eine Ermäßigung oder Befreiung ist möglich. Die Länder können abweichende Gebührenregelungen treffen.
Muss ich zur Behörde an meinem Wohnort?
Nein. Für die Beglaubigung ist nach § 2 Abs. 3 BtOG jede Betreuungsbehörde örtlich zuständig.
Gilt die Behördenbeglaubigung bei Banken?
Kläre mit deiner Bank vorab die erforderlichen Unterlagen und den Nachweis der Bevollmächtigung. Die Beglaubigung bestätigt die Unterschrift; sie garantiert nicht die Abwicklung jedes Bankgeschäfts.
Offizielle Quellen
Gesetzliche Regeln und Gebühren lassen sich hier direkt nachlesen. Termine und die erforderlichen Unterlagen bestätigst du bei der gewählten Stelle.
Allgemeine Information, keine Rechtsberatung im Einzelfall. Rechtsstand der Recherche: September 2026.

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