Patientenverfügung
Legt im Voraus fest, welche medizinischen Behandlungen du wünschst oder ablehnst, wenn du dich selbst nicht mehr äußern kannst.
Das Wichtigste zuerst
Die Patientenverfügung ist das Dokument mit der höchsten Wirkung und den geringsten Formhürden. Sie muss schriftlich vorliegen und eigenhändig unterschrieben sein, mehr verlangt das Gesetz nicht. Entscheidend ist nicht die Form, sondern die Konkretheit: Pauschale Sätze wie keine lebensverlängernden Maßnahmen sind laut Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zu unbestimmt und binden Ärzte nicht. Wirksam wird sie erst, wenn die beschriebenen Situationen und Behandlungen konkret benannt sind.
| Rechtsgrundlage | § 1827 BGB (bis 2022: § 1901a BGB) |
|---|
Was es kostet
| Selbst verfassen mit BMJ-Muster | kostenlos |
|---|---|
| Notarielle Beurkundung | ab etwa 60 Euro Mindestgebühr, abhängig vom Vermögen |
| Anwaltliche Beratung | je nach Aufwand, typischerweise im mittleren zweistelligen bis dreistelligen Bereich |
| Registrierung im Zentralen Vorsorgeregister | 20,50 Euro Grundgebühr online, zuzüglich 2,50 Euro je weiterer eingetragener Person |
So gehst du vor
- Musterformular des Bundesjustizministeriums herunterladen oder eigenes Dokument aufsetzen
- Konkrete Behandlungssituationen benennen statt pauschaler Formulierungen
- Mit der Hausärztin oder dem Hausarzt durchgehen
- Eigenhändig unterschreiben und mit Datum versehen
- Im Zentralen Vorsorgeregister registrieren
- Kopie bei der Vertrauensperson und beim Hausarzt hinterlegen
Häufige Fehler
- Pauschale Formulierungen verwenden, die Ärzte nicht binden
- Das Dokument in der Schublade lassen, ohne es auffindbar zu machen
- Nicht aktualisieren, obwohl sich die gesundheitliche Lage geändert hat
- Mit der Vorsorgevollmacht verwechseln, die etwas völlig anderes regelt
Häufige Fragen
Muss eine Patientenverfügung notariell sein?
Nein. Nach § 1827 BGB genügen Schriftform und eigenhändige Unterschrift. Ein Notar ist nicht vorgeschrieben. Eine Beurkundung kann sinnvoll sein, wenn später Zweifel an der Geschäftsfähigkeit ausgeräumt werden sollen.
Warum wird meine Patientenverfügung eventuell nicht beachtet?
Der häufigste Grund sind zu unbestimmte Formulierungen. Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass allgemeine Wendungen ohne konkrete Benennung von Situationen und Maßnahmen keine bindende Wirkung entfalten.
Wie oft sollte ich sie aktualisieren?
Es gibt keine gesetzliche Frist. Sinnvoll ist eine Durchsicht alle zwei bis drei Jahre und immer dann, wenn sich die gesundheitliche Situation ändert. Eine erneute Unterschrift mit aktuellem Datum zeigt, dass der Wille fortbesteht.
Offizielle Quellen
Adressen, Öffnungszeiten und Terminvergabe erfährst du direkt bei der zuständigen Stelle. Wir veröffentlichen bewusst keine Kontaktdaten, die wir nicht laufend prüfen können.
- Zentrales Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer: vorsorgeregister.de
- Musterformulare zur Vorsorge: Bundesministerium der Justiz
- Betreuungsbehörde: Website des jeweiligen Landkreises oder der kreisfreien Stadt
Diese Seite gibt allgemeine Informationen und keine Rechtsberatung im Einzelfall. Rechtsstand der Recherche: September 2026.
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